DAV

Sächsischer Bergsteigerbund, Sektion des DAV

Bielatal-Hütte

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Wandervorschläge

 

 

Unterwegs im Bielatal – zum Eisloch und in die Schwedenhöhle, auf die Grenzplatte und durch den Dürrebielegrund  

 

 

 

http://www.bergverlag-roelke.de/ 

 

Auszug aus

   

Wanderführer Sächsische Schweiz Bd 2  

 

http://www.bergsteigerbund.de/bibliothek

 

Wanderroute: Ottomühle – Eisloch / Schwedenhöhle – Grenzplatte – Dürre­biele­grund – Eulenthor – Sommerhübelweg – Rosenthal – Oberer Mühlsteig – Otto­müh­le

Aussichten: Grenzplatte; Rastplatz am Waldrand oberhalb von Rosenthal

Schwierigkeit: mittel  Länge: ca. 14 km  Dauer:  ca. 4,5 bis 5 h

Einkehrmöglichkeiten: Kiosk DaxensteinbaudeGasthaus Ottomühle

Hinweise: Für die Schwedenhöhle Taschenlampe mitnehmen. – Eine Verkürzung der Wanderung auf 11 km ist durch Auslassen des Abstechers zur Grenzplatte möglich.

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist die SBB-Hütte im Bielatal nahe der Ottomühle.

 

Wir gehen talaufwärts und etwa 100 m nachdem wir das letzte Haus hinter uns gelassen haben, biegen wir am Wegweiser, der uns den Pfad zu unseren ersten Zielen weist, nach links ab: zu Schwedenhöhle und Eisloch. Ein Stück folgen wir dem Ufer der Biela, dann entfernen wir uns vom Bach und der Weg steigt im Wald an. Ein Wegweiser zeigt die Richtung zu den beiden, nahe beieinander lie­genden kleinen Höhlen. Nochmals steigen wir über Stufen bergan bis zum Fuß der Felsen, dann befinden wir uns in einem Kessel, umringt von hohen Felstürmen, einer davon heißt Spannagelturm

Spannagelturm (Foto: Peter Rölke)

 

Das Eisloch ist leicht zu entdecken: Rechter Hand klafft ein tiefes, senkrechtes Loch im Felsen, das sich nach hinten zu einem Spalt verlängert und in das nie ein Sonnenstrahl scheint. Die Höhle konserviert die kalte Winterluft und hindert das Eis im Früh­jahr lange Zeit am Tauen und es ist nicht selten, dass selbst im Juni noch Schneereste zu finden sind.


Für die Erkundung der linker Hand benach­bar­ten Schwe­den­höhle ist eine Taschenlampe notwendig. Nur ein niedriger, feuchter Durchschlupf ermöglicht den Einstieg. Im Inneren wenden wir uns in dem engen, etwa mannshohen Spalt rechtwinklig erst nach rechts und stehen nach etwa zwei Metern vor einem hohen Absatz, der in feuchtem Fels rechtwinklig nach links unten führt. Wer sich traut, klettert hinunter und steht auf einmal in einem überraschend hohen Spalt von etwa 1 m Breite und 9 m Länge. Es wird erzählt, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer in Kriegszeiten sich und ihre Habseligkeiten in der Höhle versteckt haben.Wenn wir aus der kalten Höhle wieder ans Tageslicht geklettert sind, wollen wir für das nächste Stück unserer Wanderung alten Forstgrenzmalen unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Im gesamten Gebiet vom Großvaterstuhl nahe der Ottomühle über die Gegend um Eisloch und Schwedenhöhle bis zur Felswand der Verlassenen Wand entdeckt man mit etwas Spürsinn eine Vielzahl alter Forst­grenz­male, die in die Felswand eingearbeitet sind. Diese etwa 200 Jahre alten Markierungen haben damals die kurfürst­lichen Wälder von denen der Gemeinde Rosenthal abgegrenzt. Sie zeigen oft die gekreuzten Schwerter, die immer zur kurfürstlichen Seite des Waldes weisen, ein Grenzkreuz und eine Nummer.Das erste Forstgrenzmal mit der Nummer 185 finden wir, wenn wir vom Eisloch dem Pfad entlang der Felswand nach unten folgen.

Am tiefsten Punkt der Felswand entdecken wir dann die 185 und ein kleines Kreuz.

 

 

 

 Forstgrenzmal 185 nahe des Eislochs (Foto: Peter Rölke)

 

 

 Von dort steigen wir wenige Meter hinab und kehren auf den Weg zurück, der sich von nun an immer unterhalb der Felsen entlangzieht. Schließlich steigt der Pfad etwas an und führt durch eine breite Felsen­gasse, die rechts von einer hohen Felswand, Verlassene Wand genannt, begrenzt wird.Dann mündet unser Pfad in einen brei­teren Waldweg, den Lattenweg. Diesem folgen wir abwärts bis ins Tal, wo sich eine Schutzhütte mit Rastbank befindet.

 Außerdem sollten wir hier einer alten Wegweisersäule Beachtung schenken. Die­se stammt aus einer Zeit, als es noch „richtige“ Mühlen gab und man 1835 die Aufschrift „Nach den Mühlen“ in Richtung Wormsmühle, Ottomühle und Schweizermühle angeben konnte.

 

 

 

 Wegweisersäule am Lattenweg  (Foto: Peter Rölke) 

Auf dem breiten Weg im Talgrund wandern wir nun nach links und kommen zu einem Wegedreieck unter einer mächtigen Fichte, wo sich erneut eine alte Wegweisersäule befindet. Hier an den Eingang des Dürre­bie­le­grundes werden wir wieder zurückkehren, wenn wir unseren Abstecher zur Grenzplatte beendet haben.

In Richtung Grenzplatte folgen wir weiterhin dem Weg im Talgrund, von nun an mit der gelben Strichmarkierung. Später verlassen wir den breiten Weg nach rechts, überqueren den Bach und wandern im Wald unterhalb der Felswände entlang. In Serpentinen steigen wir steil hinauf bis zu einer Pfadgabelung, an der wir uns rechts halten und nach wenigen Minuten eine überdachte Raststelle und   schließlich die felsige Grenzplatte ( 523 m) über den Tal erreichen.  Von der Grenzplatte kehren wir auf demselben Weg wieder zurück bis zur Einmündung des Dürrebielegrundes.


 Rechtsabbiegend folgen wir leicht ansteigend dem Weg durch den Dürrebiegelgrund.Von einer Brücke im Talgrund bei einer Rechtskurve können wir zu einer schlanken Felsnadel, der Dürrebielenadel, hinaufschauen. Von nun an überqueren wir den nahe des Weges verlaufenden Bach einige Male auf Brücken. Eigentlich lässt der Name Dürre Biela die Vorstellung eines kleinen Rinnsals aufkommen, doch bei Starkregen schwillt die Dürre Biela zu einem reißenden Bach an, wovon die Inschriften an einem Felsblock links am Weg aus den Jahren 1897 und 1957 berichten.

 Um diesen Hochwasserstein in Form einer schrägen Felsplatte zu finden, sollten wir auf die linke Wegseite achten. In heißen Sommern allerdings macht die Dürre Biela ihrem Namen Ehre und trocknet tatsächlich weitgehend aus. Stetig geht es im Tal aufwärts. Nach einem letzten Anstieg erreichen wir schließlich am oberen Ausgang des Dürrebielegrundes ein größeres Wegedreieck, in dessen Mitte sich eine weitere alte, steinerne Wegweisersäule befindet.

Hier biegen wir links ab und folgen ohne Höhenunterschiede dem breiten Steinbornweg, weiterhin mit der gel­ben Markierung, bis zur deutsch-tschechischen Grenze am Eulenthor. Dessen Name geht auf ein einstiges Tor im Wildzaun an der alten Eulauer Straße zurück (Eulau heißt heute Jilové.). Erinnert sei auch daran, dass zu DDR-Zeiten das Überschreiten der Grenzen offiziell verboten war und erst 1996 hier an dieser Stelle ein Grenzübergang für Wanderer eröffnet wurde, der jedoch seit der Öffnung der Grenzen im Rahmen des Schengener Abkommens 2007 schon wieder Geschichte ist.Vom Eulenthor folgen wir dem breiten, asphaltierten Weg nach links in Richtung Rosenthal, passieren dabei ein mooriges Gebiet zur Linken und kommen an eine Kreuzung mit Schutzhütte und Bänken. Hier biegen wir nach rechts auf den Fuchsbachweg ab.

Diesem folgen wir zur nächsten Gabelung mit dem Som­mer­hübel­weg, in den wir nach links einschwenken und dem wir nun ein längeres Stück im Wald immer geradeaus folgen.Schließlich treffen wir an die Kreuzung (Wegweiser) mit der Alten Tetsche­ner Straße. Hier öffnet sich links der Wald und von einer überdachten Raststelle am Waldrand blicken wir über Rosenthal hinweg in die Ferne.Anfangs auf einem Feldweg, dann nach dem ersten Haus auf einer kleinen Straße geht es abwärts. Gleich darauf bei einem Wegweiser biegen wir mit der gelben Punktmarkierung links in einen grasbewachsenen Weg ein.

 Dieser trifft wenig später wieder auf einen asphaltierten Weg, den wir, immer die Richtung haltend, nach Rosenthal laufen. Bei einem Feuerlösch­teich angelangt, folgen wir der Straße nur etwa 100 m nach links und biegen vor einem großen, landwirtschaftlich genutzten Gebäude rechts ab (Wegweiser).Zwischen den Feldern wandern wir mit der gelben Punktmarkierung auf einem Betonplattenweg, dem Oberen Mühlsteig, und blicken dabei nach links in der Ferne zum Hohen Schneeberg.Bald darauf stoßen wir auf den Mühl­weg und folgen diesem entlang einer Obstbaumreihe bis zu einer Gabelung. Hier wählen wir den unscheinbaren Pfad geradeaus über die Wiese und treten gleich darauf in den Wald ein. Stetig abwärts geht es nun bis ins Bielatal zu den Häusern des Ortsteils Ottomühle, wo wir nach links zur SBB-Hütte zurückkehren und sich unsere Wanderung geschlossen hat.

Peter Rölke

 

http://www.bergverlag-roelke.de/produkte.php

  

 

 

 

 

Immer eine Empfehlung wert sind die detailierten Wanderkarten von

 

Rolf Böhm


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